#Entrechtet – Sind Kreißsäle rechtsfreie Räume?

„Natürlich nicht!“ wollen wir empört aufschreien. Und wir zitieren Artikel 2 des Grundgesetzes oder auch die Paragraphen 630 ff BGB. Das Recht auf „körperliche Unversehrtheit“, das Recht auf Selbstbestimmung, Information und Aufklärung, das Recht auf Einsicht in die Behandlungsunterlagen…

*** TRIGGERWARNUNG ***
Frauen, die Opfer von sexualisierter Gewalt/Gewalt unter der Geburt sind, sollten diesen Text nicht alleine lesen. Bitte gebt gut Acht auf Euch!

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Akademisierung, olé!

-Während Kinder sterben, betreibt Gesundheitsminister Jens Spahn Symbolpolitik-

Der Hebammenberuf soll akademisiert werden. Was gestern die Meldung des Tages war, ist für Hebammen längst ein alter Hut. Lange schon ringen Verbände und Ministerium um den besten Weg zur Umsetzung einer EU-Richtlinie, die nämlich genau das vorsieht und bei Nichteinhaltung ab 2020 zu Strafzahlungen führen würde. 
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Und täglich grüßt das Murmeltier

Dieses „dashabichdochschonirgendwogehört“- Gefühl, das kennt doch jeder, oder?
„Wie lösen wir die Hebammenkrise?“, das fragt Edition F am 25. August im Rahmen des Female Future Force Day und hat auch mich gebeten, Antworten darauf zu finden. Und sofort beschlich mich dieses Gefühl…. das hab ich doch schon irgendwo … wo hab ich denn das? HEBAMMENkrise?

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#mimimimi – Achtung! Einschränkung der Notfallversorgung betrifft Schwangere nicht

In Mecklenburg-Vorpommern beschwert sich Wolfgang Gagzow, der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft M-V e.V., über die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante bundesweite Einschränkung der Notfallversorgung. Der G-BA hat beschlossen, knapp 630 Kliniken in Sachen Notfallversorgung künftig den Hahn abzudrehen.
Das, so Wolfgang Gagzow im NDR MV, würde vor allem die Versorgung in den ländlichen Regionen schwächen. Die Besonderheiten von Flächenländern würden aus seiner Sicht nicht genug berücksichtigt und die Menschen müssten nun im Ernstfall längere Wege zurücklegen. Ach echt?!
#Mimimi fällt mir dazu nur noch ein.

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#MeToo und der „blinde Fleck“

Seitdem im Oktober 2017 die US-amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano den Hashtag #MeToo nutzte, um Frauen zu ermuntern gegen sexuelle Gewalt und Übergriffe aufzustehen, wird ebendiese sichtbarer gemacht, denn je. Nicht nur in den USA. Weltweit stehen Frauen auf und sagen #MeToo. Auch ich bin Opfer, auch ich bin Überlebende. Es schien zunächst wie eine logische Fortsetzung dessen, was wir im vergangenen Jahr wenige Monate vor #MeToo unter #becauseits2017 oder #its2017 zusammenfassten. „Es ist 2015“, diese Antwort des Kanadischen Präsidenten, Justin Trudeau, auf die Frage, weshalb sein Kabinett in allen Facetten die Diversität unserer Gesellschaft widerspiegelt, war schlicht: „Because it’s 2015“. Zwei Jahre später nahmen die Sozialen Medien das Thema erneut mit Kraft auf. Das Jahrtausend der Frauen hatte begonnen.

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Falscher Protest?

Auf unserer Facebookseite und mit der Unterstützung dieser Petition setzen wir uns für die #Hebamme Ágnes Geréb ein. Dazu erreichte uns die Kritik, dass Ágnes Geréb nicht dafür verurteilt wurde, dass sie Hausgeburten begleitet, sondern, weil in ihrer Begleitung zwei Kinder gestorben sind.
Hierzu sei erklärt: Ungarn erlaubt grundsätzlich Hausgeburten, macht sie jedoch praktisch nahezu unmöglich. Diese Situation kennen wir auch aus Deutschland. Wir sehen damit das Recht der Frauen auf eine selbstbestimmte Geburt nicht gewahrt.

Dies schreibt uns nun Írisz unter diesem Beitrag unter anderem dazu: „Ágnes Geréb wurde nicht aus heiterem Himmel inhaftiert, „weil sie etc.“, sondern ein Gerichtsurteil von 2012 gegen sie wurde in höchster Instanz für rechtsgültig erklärt.
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Respect the other half

Look at Hungary, where a midwife is sent to prison for doing her work.
Look at Poland, where women should get hard punishment for an abortion.
Look at Germany where a female doctor is convicted for giving right and normal facts about abortion.
We don’t need to offer europaen Interrail tickets to young Europeans to discover Europe as long as we offer interjail tickets to midwives and obstretics that help women to make self-determined decisions. Europe! You should respect #HumanRightsinChildbirth You should respect the rights of the other half.
Time is up!
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Das ist die Krönung!

Ich schmeiß‘ alles hin und werd‘ Prinzessin, das dachte ich neulich Abend nicht zum ersten Mal, als ich an einer Veranstaltung teilnahm, in der es nicht nur – aber auch – um die wohnortnahe Versorgung mit Geburtshilfe ging.

Da beklagte doch tatsächlich ein Prof. Dr. med., ausgestattet mit einer W3-Professur an einer öffentlich-rechtlichen Universität, die „Politisierung“ des Gesundheitswesens.

Was meint er damit? Er findet es, freundlich ausgedrückt, wenig hilfreich, dass Menschen wie du und ich gegen Missstände im Gesundheitswesen protestieren und beispielsweise auf die Straße gehen und damit, wie im Falle der Schließung der Pädiatrie und Geburtshilfe in Wolgast, sogar auch noch eine politische Reaktion erreichen. Aus seiner Sicht werden auf diese Weise unvernünftige Entscheidungen getroffen.

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Wir haben ein Henne-Ei-Problem

Oder: Weshalb mir der Schiedsspruch zu den Hebammen egal ist

Wer derzeit die Nachrichten in den Sozialen Medien verfolgt – und nicht nur dort (sondern auch hier oder hier) – stellt fest: Die Geburtshilfe in Deutschland hat ein Problem. Steigende Geburtenzahlen gegen Kreißsaalschließungen und Hebammen, die in Scharen aus dem Job flüchten: Das kann in der Summe keine #sichereGeburt ergeben. Nicht, dass es nicht schon genügend Protest gegeben hätte. Fast ein Million Stimmen wurde bereits gesammelt, um auf die Misere hinzuweisen. Am 5. September, so lassen sich die Berichte und Kommentare allerorten nur deuten, wurde den eh schon gebeutelten #Hebammen nun der Todesstoß versetzt. Doch stimmt das?
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Zukunft wird aus Wut gemacht

Wir sind wütend. Und wenn es dazu eine Steigerung gibt, dann sind wir das. Eine weitere Legislaturperiode liegt hinter uns, in der sich die Verhältnisse in der deutschen Geburtshilfe radikal verändert haben: Noch mehr Kreißsäle sind geschlossen. Noch mehr Hebammen haben ihren Job an den Nagel gehängt. Die Kaiserschnittrate beträgt mancherorts über 50 Prozent. Frauen unter der Geburt werden vom überlasteten Personal in überfüllten Kliniken abgewiesen. Gewalt unter der Geburt ist kein Einzelphänomen. Fragt man jedoch die Politik, dann wurde wahlweise “viel für Hebammen getan” oder ist die Geburtshilfe nirgends so sicher wie in Deutschland. Schaut man zur Opposition, dann müssen “Hebammen besser vergütet” und die “wohnortnahe Geburtshilfe” erhalten werden. Auch die Haftpflichtversicherung für Hebammen und die Vergütungsstruktur stehen dort zumindest im Ansatz auf dem Prüfstand. So weit. So schlecht. Wer folgt wann dem Ruf der Frauen nach einer selbstbestimmten Geburt? Wann werden wir gehört? Und zwar nicht nur im Kreißsaal während des Gebärens (Wobei allein das schon ein großer Schritt wäre!), sondern einfach im gesamten Prozess rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Wann werden Frauen, wann werden Eltern aktiv mit einbezogen wenn es um Versorgungsstrukturen geht – und das nicht nur als Feigenblatt für eine vermeintliche Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Wahlen von der am Ende niemand mehr etwas wissen möchte? Wann wird die Expertise der gebärenden Frau wertgeschätzt und akzeptiert, dass wir eben keine planbaren Gebärmaschinen sind? Wir haben keine Antwort auf diese und weitere Fragen. Aber eine Vermutung: Es passiert nur, wenn wir laut genug sind. Wenn es uns Frauen gelingt, unseren Ruf heraus aus den Sozialen Medien auf die Straße zu tragen. Frauen, die damit noch nicht begonnen haben, sollten genau jetzt damit anfangen.

Mit der Aktion #zurückindieKreidezeit soll der Protest in den Straßen sichtbar gemacht werden. Mahnmale malen. Malt mit! Morgen geht es los. Schaut auf Facebook unter dem Hashtag oder nach der Gruppe #aufdenTischhauenfürHebammen.

Wir sind:

Michi Skott (Journalistin)
Christina Baris (Ärztin)
Katharina Hoff (Dozentin/ PhD Molecular Biology)
Julia Fertig (Bibliothekarin)

#zurückindieKreidezeit
#Mahnmalemalen
#Elternstimme