Wir haben ein Henne-Ei-Problem

Oder: Weshalb mir der Schiedsspruch zu den Hebammen egal ist

Wer derzeit die Nachrichten in den Sozialen Medien verfolgt – und nicht nur dort (sondern auch hier oder hier) – stellt fest: Die Geburtshilfe in Deutschland hat ein Problem. Steigende Geburtenzahlen gegen Kreißsaalschließungen und Hebammen, die in Scharen aus dem Job flüchten: Das kann in der Summe keine #sichereGeburt ergeben. Nicht, dass es nicht schon genügend Protest gegeben hätte. Fast ein Million Stimmen wurde bereits gesammelt, um auf die Misere hinzuweisen. Am 5. September, so lassen sich die Berichte und Kommentare allerorten nur deuten, wurde den eh schon gebeutelten #Hebammen nun der Todesstoß versetzt. Doch stimmt das?
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Guten Tag, wir sind unsere eigene Lobby

Zwei, nein drei Gründe, weshalb wir Frauen für uns selbst einstehen müssen*.

Grund 1: Der Deutsche Hebammenverband (DHV)
Grund 2: Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD)
Grund 3: Der Deutsche Fachverband Hausgeburtshilfe (DFH)

So weit. So provokativ. Ich weiß. Aber wer hier weiterlesen möchte, muss wissen, dass der folgende Beitrag lang wird. Richtig lang. Und, dass man das wirklich alles lesen m u s s, um es zu verstehen. Und, dass hinterher trotzdem noch viele Fragen offen bleiben.

Da hast du keine Lust drauf? Ok! Dann merk‘ dir einfach so, dass du dein Hirn nicht an der Kreißsaaltür abgeben darfst und jederzeit selbstbestimmt jedem Eingriff (Ja, jede Spritze, Zugang, Tablette etc. sind ein Eingriff!) zustimmen oder ihn auch ablehnen kannst. Fertig. Ach so, und noch etwas: Bei den kommenden Bundestagswahlen solltest du in deine Entscheidung mit einbeziehen, ob sich die Partei deiner Wahl für den Erhalt einer wohnortnahen Geburtshilfe und die freie Wahl des Geburtsortes einsetzt. Das kannst du in den Wahlprogrammen nachlesen, in den Wahlprüfsteinen des „Netzwerks der Elterninitiativen für Geburtskultur“ oder hier sogar Fragen stellen.

Du hast Lust auf lange Texte? Dann bitte hier entlang:
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Tick Tack … Rufbereitschaft – ein Praxistest

Irgendwann ist immer das erste Mal. Für mich traf das für eine Rufbereitschaft zu. Ich habe einer aus Syrien geflüchteten Freundin versprochen, sie in den Kreißsaal zu begleiten. Einerseits weil sie Angst hatte, wie es wäre in Deutschland zu gebären. Andererseits weil ich Angst davor hatte, wie es sein kann in Deutschland zu entbinden. Noch dazu, wenn man überhaupt kein Deutsch, bzw. nur sehr wenig davon, spricht.  Meiner Freundin war wichtig, eine spontane Geburt zu erleben und möglichst ambulant wieder nach Hause gehen zu können. 

Nun hatte ich also Rufbereitschaft für die Geburtsbegleitung. Eine Haus- oder Beleggeburtshebamme, die das hätte übernehmen können, kam wegen der hohen Kosten, die damit verbunden sind und nicht alle von der Kasse übernommen werden, nicht in Frage. Außerdem ist es auch schwierig eine zu finden. Hier wie überall sind diese Hebammen äußerst rar und schnell ausgebucht.

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Heile heile Segen! Weshalb niemand die Hebammen retten muss (für Elif*)

„Hebammen retten“ ist in den vergangenen Jahren zu einer Art Volkssport mutiert. Mütter tun es, Väter auch, Hebammen sowieso. Aber auch Politiker*innen aller demokratischen Couleur haben das Thema für sich entdeckt. Schwangere oder Neugeborene kommen auf der Beliebtheitsskala gleich nach Katzencontent. „Wir haben es geschafft!“, ruft beispielsweise Hermann Gröhe in bester Merkel-Manier und lobt sich selbst für das Qualitätsmanagement bei Hausgeburten und den von ihm erfundenen Sicherstellungszuschlag für freiberufliche Hebammen mit wenigen Geburten. Heile heile Segen! Weshalb niemand die Hebammen retten muss (für Elif*) weiterlesen