It’s all about Tiramisu! – Warum Jens Spahn eine Fehlbesetzung ist…

Sehr geehrter Herr Spahn,

am 26. Februar 2018 fand der Sonderparteitag der CDU in Berlin statt. Dort stimmten die Parteimitglieder über den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ab. Auch stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre geplanten Minister*Innen vor. Ganz neu im Aufgebot sollen Sie, Herr Spahn, in das Gesundheitsministerium einziehen. Am vergangenen Sonntag hat auch die SPD die Zustimmung von ihrer Basis zum GroKo-Vertrag erhalten. Wer kann Sie jetzt noch aufhalten? It’s all about Tiramisu! – Warum Jens Spahn eine Fehlbesetzung ist… weiterlesen

Zukunft wird aus Wut gemacht

Wir sind wütend. Und wenn es dazu eine Steigerung gibt, dann sind wir das. Eine weitere Legislaturperiode liegt hinter uns, in der sich die Verhältnisse in der deutschen Geburtshilfe radikal verändert haben: Noch mehr Kreißsäle sind geschlossen. Noch mehr Hebammen haben ihren Job an den Nagel gehängt. Die Kaiserschnittrate beträgt mancherorts über 50 Prozent. Frauen unter der Geburt werden vom überlasteten Personal in überfüllten Kliniken abgewiesen. Gewalt unter der Geburt ist kein Einzelphänomen. Fragt man jedoch die Politik, dann wurde wahlweise “viel für Hebammen getan” oder ist die Geburtshilfe nirgends so sicher wie in Deutschland. Schaut man zur Opposition, dann müssen “Hebammen besser vergütet” und die “wohnortnahe Geburtshilfe” erhalten werden. Auch die Haftpflichtversicherung für Hebammen und die Vergütungsstruktur stehen dort zumindest im Ansatz auf dem Prüfstand. So weit. So schlecht. Wer folgt wann dem Ruf der Frauen nach einer selbstbestimmten Geburt? Wann werden wir gehört? Und zwar nicht nur im Kreißsaal während des Gebärens (Wobei allein das schon ein großer Schritt wäre!), sondern einfach im gesamten Prozess rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Wann werden Frauen, wann werden Eltern aktiv mit einbezogen wenn es um Versorgungsstrukturen geht – und das nicht nur als Feigenblatt für eine vermeintliche Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Wahlen von der am Ende niemand mehr etwas wissen möchte? Wann wird die Expertise der gebärenden Frau wertgeschätzt und akzeptiert, dass wir eben keine planbaren Gebärmaschinen sind? Wir haben keine Antwort auf diese und weitere Fragen. Aber eine Vermutung: Es passiert nur, wenn wir laut genug sind. Wenn es uns Frauen gelingt, unseren Ruf heraus aus den Sozialen Medien auf die Straße zu tragen. Frauen, die damit noch nicht begonnen haben, sollten genau jetzt damit anfangen.

Mit der Aktion #zurückindieKreidezeit soll der Protest in den Straßen sichtbar gemacht werden. Mahnmale malen. Malt mit! Morgen geht es los. Schaut auf Facebook unter dem Hashtag oder nach der Gruppe #aufdenTischhauenfürHebammen.

Wir sind:

Michi Skott (Journalistin)
Christina Baris (Ärztin)
Katharina Hoff (Dozentin/ PhD Molecular Biology)
Julia Fertig (Bibliothekarin)

#zurückindieKreidezeit
#Mahnmalemalen
#Elternstimme

Selbstbestimmte Geburt als Grundrecht? Ein Neubeginn.

Am 24. Februar 2014 habe ich eine Petition beim Deutschen Bundestag mit folgendem Kurztext eingereicht:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen:
Das Recht auf die selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme ist ein Grundrecht. Im Zusammenhang mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit schafft der Gesetzgeber den rechtlichen Rahmen zur Ausübung dieses Rechtes. Dazu gehört neben der Sicherung des Berufsstandes der Hebammen auch die Neuordnung des Vergütungssystems in der Geburtshilfe.“

Vor einem Jahr, am 20. Juni, habe ich dazu vor dem Petitionsausschuss des Bundestages öffentlich Stellung genommen (hier zu sehen ab Min. 60).

Nun gab es vor wenigen Tagen erneut Post aus dem Bundestag:

Selbstbestimmte Geburt als Grundrecht? Ein Neubeginn. weiterlesen